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Künstler-Portrait: voll Retro

Das Bild ist 22 Jahre alt, und doch irgendwie zeitlos. Bruce Dickinson hatte gerade seinen Abschied von Iron Maiden bekanntgegeben und stellte sein erstes eigenes Album vor: „Balls to Picasso“. Da mir Zeit und Equipment für aufwendiges Photographieren fehlten, machte ich das vermeintlich Beste aus der Situation: Seine Promo-Interviews gab Dickinson damals im Marriott-Hotel im Hamburger Hanseviertel. Die goldenen Verzierungen auf dem backsteinfarbenen Dach sind schon von unten zu sehen. Mir erschien die Location ziemlich picassomäßig, und so haben wir das Bild dort geschossen. Er fand’s ziemlich spaßig, und ich finde das Bild für einen Metal-Sänger immer noch angenehm anders.

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Musiker-Portraits: Metal im Gemäuer

mr_2_webhinzmannmr_3_webhinzmannWelche Umgebung macht eine Metal-Band aus?  Was passt am besten, ohne ganz in Klischees abzusaufen? Na, gut, eine Kirche ist mit Sicherheit nicht der kreativste Gedanke, aber für die Winsener Black-Metal-Band „The Mutilated Remains“ schien mir dunkles Gemäuer stylish und daher absolut korrekt. Als i-Tüpfelchen wollte ich die Farbe Grün im Bild haben. Ich erinnerte mich da an den alten Horrorschinken »Die Fürsten der Dunkelheit« mit Alice Cooper, in dem der Teufel aus einer giftgrünen Ursuppe wieder auf die Erde zurückkehrte. Für mich passte das wie die Faust auf’s Auge.

Aber in einer Kirche zu photographieren, hat’s in sich. Genehmigung holen, überhaupt die geeignete Kirche aussuchen, also von der einen in die andere fahren und schließlich feststellen, dass meist kein Platz dort ist, geschweige denn, dass man dort umräumen könnte beziehungsweise dürfte. Alles Quatsch, schließlich haben die meisten Bands sowas von kein Budget für professionelle Bilder. Aber auch die Kirchenfürsten sind verständlicherweise wenig amüsiert über Produktionen im Gotteshaus. Da hilft dann Photoshop.

Wichtig für mich war das Fenster. Also brauchte ich prinzipiell nur ein Stativ, ein Weitwinkel und eine Langzeitbelichtung, um den passenden Hintergrund zu bekommen. Der Rest war Retusche: Ich pinselte also das Fenster einfach über. Ich hätte es gern ganz oldschool gelöst mit einem Scheinwerfer und farbiger Folie. Aber der Aufwand wäre horrend gewesen und das Ergebnis sicher weniger gleichmäßig. Insofern half der Photoshop-Pinsel ganz wunderbar.

Gelernt habe ich aus dem Composing, dass Ihr vom Ergebnis her denken solltet: Ich hatte die Musiker vor einem weißen Hintergrund photographiert, der endgültige Hintergrund ist schwarz. Die Schwierigkeit besteht im Saum. Der Umriss ist natürlich weiß; mit einem schwarzen Hintergrund wäre der Saum dunkler gewesen und hätte sich harmonischer in den späteren Hintergrund eingefügt. Besonders in den Haaren wird das später unangenehm (!) sichtbar. Die Retusche wird da sehr zeitraubend und nervenaufreibend. Insofern sollte die meiste Arbeit eines Photo-Projekts immer in die Planung und Vorbereitung investiert werden. Das spart im Nachhinein ungemein Stress.