Alle Artikel in der Kategorie “Schwarz-Weiß

Portrait Sommersprossen mit hartem Licht
Kommentare 0

Sommersprossen: Punkt für Punkt einzigartig

Sommersprossen im Portrait mit weichem Licht.Kaum ein sommersprossiger Mensch, der sich über seine Individualität so richtig freut. Ganz im Gegensatz zu mir. Ich steh total auf Sommersprossen; weil sie diese Menschen eben zu etwas Außergewöhnlichem machen. Die Haut ist der Nerzmantel eines Menschen, und alles mittels Make-Up oder Photoshop glattzubügeln, ist ein stilistisches Schwerverbrechen. Sommersprossen machen jeden Menschen zu einer absoluten Einzigartigkeit. Und die verdient es, so offensiv wie möglich festgehalten zu werden.

Sommersprossen knallen aus dem Bild heraus, wenn der Rot-Anteil im Bild erhöht wird. In der analogen Zeit ging das über einen Grün-Filter, der die Komplementärfarben des Rots zurücknahm. Digital geht das komfortabler durch Überhöhung der Rot-Anteile und Betonung der Kontraste.

Zwei Arten von Beleuchtungen sind möglich. Hart oder weich. Beide Beleuchtungsarten bringen Sommersprossen nach vorn. Grundsätzlich wird der Eindruck des Bildes vom Hintergrund bestimmt: Vor einem hellen beziehungsweise weißen Hintergrund sieht Haut immer etwas dunkler aus, damit natürlich auch alle Merkmale der Haut. Hier wäre eine übertriebene Betonung der Sommersprossen kontraproduktiv; zumal das weiche Bild mit einer Softbox aufgenommen wurde.

Anders mit einem dunklen bis schwarzen Ambiente. Mit hartem Licht, beispielsweise einem normalen Reflektor inklusive Wabe sehen die Schatten tiefschwarz aus, und insofern müssen auch die Sommersprossen herausstechen. Die Haut wird dann zu einem Pergament – Punkt für Punkt Unverwechselbarkeit. So etwas hat lange nicht jeder.

Portrait mit Stuhl
Kommentare 0

Portrait: Sitz mal anders

Portrait mit StuhlDie Wirkung von Portraits hängt immer davon ab, wie sehr sich der Portraitierte einlässt, wie sehr sie oder er mit der Kamera flirten. Oft sehen Portraits einfach steif aus, weil sich die Menschen vor der Kamera unwohl fühlen. Oder sie glauben, der Photograph habe eine bestimmte Erwartung an sie. Insofern wird eine Aufnahme manch-mal schwierig, wenn das Modell einfach nur so dasteht. Ungemein entspannt könnte die Aufnahme-Situation werden, wenn dem Modell ein „Accessoire“ zur Seite gestellt wird. Ein Stuhl wird da mitunter wahre Wunder wirken. Oder eine Sitzgelegenheit allgemein. Eine Kiste tut’s da auch sehr gut.

Sitzen kann allerdings auch ein fürchterlich langweiliges Bild ergeben. Insofern ist auch hier eine Alternative wünschenswert beziehungsweise dringend geboten. Mein Modell Kristin hat einfach mil dem Stuhl beziehungsweise mit dem Barhocker gespielt und ihn so ganz spannend ins Portrait mit einbezogen.

Kommentare 0

Blende auf und drauf

In so ziemlich jedem Tutorial wird erzählt, wie Du blitzen solltest. In jedem guten Photo-Buch siehst Du eine Menge überzeugender Beispiele dafür, dass Du besser die Finger vom Blitz lässt. Schau mal nach Barbara Klemm, die lange für die Frankfurter Allgemeine Zeitung photographiert hat oder nach Herlinde Koelbl – beide haben eindrucksvoll photographiert ohne viel Equipment. Und Du sparst Dir die ganze Schlepperei. Ganz im Ernst: Ein gutes Objektiv mit einer offenen Blende mit mindestens 2.0 eröffnet genügend Möglichkeiten für überzeugende Portraits. Der Hintergrund verschwimmt, und die Silhouette zeichnet sich gut ab – wer mit offener Blende ein close-up knipst, bekommt im Gesicht eine schöne schmale Schärfentiefe, die den Blick in das photographierte Gesicht hineinzieht.

Und in ein offenblendiges Objektiv passt ganz viel Sonnenlicht – gerade für Frauen-Gesichter wirkt das normale Tageslicht äußerst dazu schmeichelhaft.

Die entscheidende Fragen für ein fesselndes Photo ohne Brimborium sind: Wann photographiere ich, wie drehe ich mein Model zum Licht. Starkes Sonnenlicht gibt manchmal fiese Nasenschatten oder halb abgesoffene Gesichter. Kann eine Bildidee transportieren, kann aber auch einfach verguckt aussehen. Zu flaues Licht könnte das Bild etwas beliebig werden lassen. Dennoch lässt sich weiches Licht leicht etwas härter machen und ist damit nie die schlechteste Wahl. Hab Mut zum Draufhalten auch an diesigen Tagen!

Eine korrekte Belichtung verträgt sehr gut die Anhebung des Kontrasts um einige Stufen. Das Portrait habe ich mit einem Kleinbildfilm photographiert, der Kodak Tri-X liefert ohnehin eine überzeugende Grauwert-Abstufung mit einer charmanten Körnigkeit und entsprechendem Retro-Charakter. Neben der Anhebung des Kontrasts brauchst Du nur noch ein liebevolles Händchen in der Nachbearbeitung: die Lichter also etwas abwedeln, die Tiefen ruhig kräftig nachbelichten.

Bei kontrastarmen Lichtsituationen lohnt sich aber auf jeden Fall, in Schwarz-Weiß zu photographieren. Flaches Licht liefert flaue Farben, die dann auch auf das Motiv wirken. Dagegen wirkt ein Bild in Graustufen auf alle Fälle lebendiger.

Kommentare 0

Rot in Schwarz-weiß und voll auf’s Auge

Rothaarige beziehungsweise Sommersprossige machen in Schwarz-Weiß ein blendende Figur. Vielleicht sogar eine bessere als in Farbe. Weil nicht die rote Farbe das Auge stimuliert, sondern die ungewöhnliche Hautstruktur dem Portrait das außergewöhnliche Flair verleiht. Wer einigermaßen oldschool photographieren möchte und noch eine analoge Kamera besitzt, nimmt einen Schwarz-Weiß-Film und schraubt einen Grünfilter vor die Optik. Aufgrund der komplementären Wirkung werden Rot-Töne sehr deutlich abgedunkelt. Eine leichte Gradationsanhebung in der Retusche verstärkt diesen Eindruck noch und hebt sie gegenüber der hellen Haut hervor. Die eindrucksvolle Bildwirkung entsteht dann durch den Kontrast.

Hier noch ein Stilmittel, zu dem jeder seine eigene Meinung pflegen soll. In vielen Tutorials wird ausdrücklich davon abgeraten, in Portraits den Fokus nur auf ein Auge zu beschränken. Auf der einen Seite wird oft empfohlen, die Blende für Portraits zu öffnen. Bilder wirken oft flau, wenn sie von der Nasenspitze bis zum letzten abstehenden Haar am Hinterkopf scharf sind. Die Erklärung ist einfach: Das menschliche Sichtfeld ist grundsätzlich auch begrenzt und fokussiert auf einen bestimmten Punkt. Menschen nehmen das Umfeld daneben und dahinter zwar ebenfalls wahr, aber eben nur unscharf. Einfach mal aufpassen: Wenn Du Deinem Gegenüber beim Sprechen zusiehst, schaust Du entweder direkt in seine Augen oder auf seinen Mund. Beides zugleich zu fokussieren, ist unmöglich. Andererseits schlagen viele Photographen die Hände über dem Kopf zusammen, wenn wegen der geringen Tiefenschärfe durch die offene Blende ein Auge aus der Schärfenachse gerät und eben klar unscharf ist.

Ich sehe das anders. Eben weil der menschliche Fokus begrenzt ist. Augen sind neben dem Mund das eindringlichste Merkmal eines Menschen ist. Ein Auge in den Vordergrund zu rücken, beziehungsweise ihm die Bühne zu bereiten für einen Betrachter, multipliziert die Attraktivität dieses Merkmals ins Unermessliche. Was also kann an diesem Stilmittel falsch sein. Müsst Ihr aber für Euch selbst entscheiden. Photographie hat Platz für viele Stile.