Pin-up-Photo mit dem Model Maria, das kniet.
Kommentare 0

Pin-up: die klebrige Verführung

Irgendwie bleibt der Blick doch immer dran kleben: am Pin-up. Was macht so ein Pin-up aus, wie bekommt Ihr so etwas hin? Einigermaßen einfach! Ihr müsst nur richtig hinschauen lernen. Wie Ihr das Licht setzt, ist dabei eher nebensächlich. Die Wirkung folgt ein paar anderen Gesetzen.

Weiterlesen

In Kategorie: Akt
Dave Stewart and the Spiritual Cowboys
Kommentare 0

Live: Extravaganz kommt gut

Musiker sind in der Regel extrovertiert. Rampensäue. Eitel, aufmerksamkeitheischend, jeden Blick auf sich ziehend. Mancher Künstler setzt aber noch einen drauf, mancher Künstler ist ein eitler Geck über alle Maßen. Einer davon ist Dave Stewart. Und genau solche Leute machen uns doch Spaß, oder?

In den Achtzigern und Neunzigern hatte Dave Stewart seine große Zeit, als er mit Annie Lennox die Combo „Eurythmics“ bildete. Die Band scheiterte zum großen Teil an seinem Ego. Er war an Aufmerksamkeit interessiert, und so wie der Charakter von Dave Stewart, so klang auch die Musik. Später hatte er die Band „The Spiritual Cowboys“. Dave Stewart legte immer Wert auf Extravaganz, auf das Auffallen, auf Unverschämtheit.

Davon lebt die Musik, Extravaganz kommt gut. Und diesen Moment habe ich tatsächlich einmal abgreifen können.

Football-Trainer Michael Jakobeit aus Hamburg
Kommentare 0

Sportrait: die Körpersprache suchen

Sport lebt von Leidenschaft. Sport besteht aus dem binären Code von Siegen und Verlieren. Gewinnst Du, bist Du die unbestrittene Nummer Eins; als Verlierer bist Du lediglich eine Null. Wer das weniger streng sieht, betreibt keinen Sport, sondern Wellness – meiner Meinung nach, jedenfalls im Wettkampfsport. Für mich als Sportreporter mit Kamera galt immer der Zweikampf als der entscheidende Moment: als der eine kurze Augenblick, in dem sich zeigt, wer Biss hat und wer gebissen wird. Hört mal rum in Sport-Interviews, welche Vokabel dort häufig auftaucht, um Sieger und Unterlegene optisch voneinander zu unterscheiden: die Körpersprache. Wer ein gutes Bild sucht, muss die Ausrufezeichen in der Körpersprache finden.

Körpersprache ist für mich die Grundlage eines guten Photos. Pose wird auch oft als Synonym verwendet, aber Körpersprache finde ich schöner, weil: plakativer. Eine Frau macht auf sich aufmerksam, in dem sie ihren Körper sprechen lässt, Aggression ist genauso an der Körperhaltung ablesbar wie Desinteresse. Einer der Sportler, die das auf unnachahmliche Weise ausdrücken konnten, war der Hamburger Michael Jakobeit, der viele Jahre lang als Spieler und dann als Trainer den American Football in Hamburg geprägt hat. Er war beruflich ein reiner Büro-Mensch, hat aber von sich selbst erzählt, dass er in jeder freien Minute an seinem Körper arbeite. Wenn er im Amt in ein anderes Stockwerk musste, hat er Fahrstühle gemieden und die Treppen genutzt. Wenn er Pause hatte, hat er die mit Crunches gefüllt.

Als Trainer hat er seinen Spielern abverlangt, das Letzte aus sicher herauszupressen, die Leidenschaft für den Moment zu zeigen. Sieht man, oder?

Baseball. Pitcher in Bewegung.
Kommentare 0

Sportrait: Mehrfach-Belichtung bringt Bewegung

Früher war alles besser. Na, ja, zumindest anders. Aus der analogen Zeit stammt ein Schätzchen meiner Sportphoto-Phase: der Pitcher. Das ist im Baseball der Typ, der auf einem kleinen Hügel steht und den Gegenspielern den Ball um die Ohren pfeffert. Ich wollte damals eine Funktion ausprobieren, mit der die Nikon F3 glänzte, und der, ganz ehrlich, selten bis nie von Photographen benutzt wurde.

Das war der kleine Hebel zur Mehrfachbelichtung. Auch ich bin auf den eigentlich nur deshalb gestoßen, weil ich in einem antiquierten Lehrbuch ein Bild mit dieser Technik gesehen hatte. Der umgelegte und eingerastete Hebel schaltete den Transport des Filmes aus, spannte aber den Auslöser immer wieder, so dass die Kamera weiterhin Bild für Bild belichten konnte. Mit jeder Auslösung wurde also immer wieder das gleiche Negativ belichtet, solange der Mehrfachbelichtungs-Hebel wieder in seine Nullstellung geschoben wurde.

So etwas vermisse ich tatsächlich, obwohl diese Funktion leider nur alle Jubeljahre mal zu gebrauchen ist. War früher so, ist heute ähnlich.

Ali Daute, Kickboxer, posiert mit Taube
Kommentare 0

Sport-Portrait: der Tauben-Schlag

Kick-Boxer Ali posiert mit Taube. Boxer sind faszinierende Sportler, für meinen Geschmack jedenfalls. Sie trauen sich einfach was, strahlen etwas Archaisches aus, vielleicht etwas Ur-Männliches, Dynamisches, Kantiges, etwas Herausstechendes. Wie bekomme ich so etwas ins Bild? Kontraste sind ja das Allheilmittel, um einen Eindruck zu verstärken. Kontraste lassen Charakteristika erst richtig zur Geltung kommen. Hatte ich mir zumindest so gedacht und mir für einen Kickboxer ein Setting überlegt, das eine witzige Anekdote nach sich ziehen sollte.

Ich wollte vor langer Zeit einen Kickboxer portraitieren und überlegte mir, ihm als Kontrast eine „Friedenstaube“ auf den Handschuh zu setzen. Einen Boxer allein in der typischen Pose abzulichten oder seine Muskeln mit Licht herauszuarbeiten, erschien mir zu alltäglich. Mein Modell fand die Idee auch ganz cool und sagte zu. Gesagt, getan, woher sollte ich aber eine weiße Taube bekommen? Einige Züchter lassen ja auf Hochzeiten welche fliegen, aber damit war mir wenig gedient. Sie sollte sitzen bleiben und auch keinen Schreck vom Blitzlicht oder vielleicht einen Herzinfarkt bekommen. Ich kassierte zunächst einige Absagen. Dann biss aber doch einer an, obwohl er mir gleich riet, mir wenig Hoffnung zu machen, dass mein Vorhaben klappt.

Für einen schlanken Kurs rückte er mit zwei weißen Tauben im Studio an. Schon die erste war ein Volltreffer und strafte die gesamte Züchterschaft Lügen: Na, klar, nachdem sie aus dem Korb war, drehte sie im Studio zwei Runden, um die Gegend abzuchecken. Aber dann, oh, Wunder, blieb sie einigermaßen geduldig auf Handschuh und Schulter meines Models sitzen. Selbst das wiederholte Blitzen ignorierte sie komplett. Im Gegenteil schien sie das ganze Procedere sogar zu interessieren.

Hinterher erzählte mir dann der Züchter, warum er mir überhaupt behilflich war – in einem leicht angesäuerten Ton. Er erzählte, einige Zeit vor meinem Anruf hätte sich der Playboy bei ihm gemeldet mit einer ähnlichen Anfrage: Die wollten Tauben für eine Photo-Produktion und hätten richtig fettes Geld gegeben. Da hatte sich mein Züchter nicht getraut – von wegen, die bleiben nicht sitzen, und so. Mit mir zusammen hatte er sich eines Besseren belehren lassen können und betrauerte ein wenig, dass ihm einige Scheinchen durch die Lappen gegangen waren. Also gilt auch hier, was ich immer und immer wiederhole: Unternehmen ist meist besser als unterlassen. Lieber versuchen und scheitern als verzichten und bedauern. Traut Euch was!

Roman Reimer, Junior-Texter in Hamburg
Kommentare 0

Studio-Portrait: aus Felern lernen

Spontane Schnappschüsse sind etwas Großartiges. Ich schnappe mir einen Moment und halte den fest. Ich reiße den Moment aus dem Alltag heraus, halte die Zeit an, hindere die Welt daran sich weiterzudrehen und diesen einen Moment wieder im Lebens-Einerlei unterzurühren. Inszenierte Photographie ist eine andere Kategorie: eine Komposition aus meinen Vorstellungen. Der Reiz daran: Ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt. Ganz bewusst, meine Kreativität ist dabei unendlich.

Ich will ja eine Botschaft senden. Das ist dann so etwas wie journalistische Photographie: Ich gestalte, ich mache Meinung. Das war auch meine Aufgabe bei einem tollen Job für die Hamburger Unizeitschrift „Uniscene“: Die Geschichte hatte zum Thema, inwiefern das Scheitern einer Karriere sogar Schub geben, einen Menschen sogar noch interessanter machen könnte.

Protagonist der Geschichte war Roman Reimer, der aus dem Süddeutschen nach Hamburg gekommen ist, weil ihn sein Ausbildungsberuf in der Logistik mehr und mehr gefrustet hatte und er sich zum Werbetexter berufen fühlte – was er auch anscheinend war, schließlich brachte ihn ein selbstgetexteter Rap über „Fehler“ an die bekannte Hamburger Texterschmiede und nach der Ausbildung dort in die Hamburger Spitzen-Agentur Legas Delaney.

Photographisch erforderte das ein wenig Bastelei: Ein Portrait wäre zu stumpf geworden. Irgendwie musste Roman in einen Kontext gesetzt werden, ich wollte ja seine Geschichte visuell kurz und knackig nacherzählen. Wie so oft im Leben, musste der Wirklichkeit also mit etwas Inszenierung nachgeholfen werden. Mit ein paar Metern Wäscheleine, Wäscheklammern, schwarzem Edding und gelbem Photokarton war das Setting ausreichend gestaltet. Ein Hingucker ist dabei allemal herausgekommen, aber natürlich ist das Bild ganz weit weg von spontan. Alles kann man eben selten haben.

Mitarbeiterfotos am besten in der Büro-Athmosphäre
Kommentare 0

Mitarbeiter: am besten platziert

Mitarbeiter-Photos sind ein ziemlich alltägliches Geschäft, aber, wie ich finde, auch ein überaus dankbares: Da Produkte heutzutage immer vergleichbarer und weniger unterscheidbar werden, fokussiert das Marketing in Unternehmen mittlerweile hauptsächlich die Menschen, die Produkte herstellen oder Dienstleistungen erbringen. Jeder einzelne Mitarbeiter wird inzwischen zum Image-Träger eines Arbeitgebers. Und das sollten die Mitarbeiter-Portraits auch ausstrahlen.

Weiterlesen

Marend: Tiroler Küche – Portrait der Besitzerin
Kommentare 0

Gastro-Portrait: schnell aufgetischt

Erfolgreicher Gastro-Beitrag für die Hamburger Zeitschrift „Uniscene“ – Tip des Monats war das Hamburger Lokal „Marend“ an der Feldstraße. Ein kleiner, feiner Laden für Menschen mit Appetit für urtümliche Tiroler Küche: Das Märend steht für grob geraspelte Gewürze, fingerdickes schmackhaftes Brot, frisches Grünzeug, unbehauenes Mobiliar. Ein Laden für die junge urbane Szene. Back to the roots, jedenfalls so in die Richtung. Ist ja jetzt angesagt.

Wie bilde ich also die Geschäftsführerin ab, so dass sie auch echt wirkt? Ganz einfach und ohne groß darüber nachzudenken, bloß keine falsche Fassade planen. Auf den Tisch gelehnt,  beiläufig, ohne großen Firlefanz, baute sie sich auf. Über die Bildgestaltung zu philosophieren, war insofern auch gar nicht schwierig, als dass im Laden selbst kaum Platz gewesen wäre, um dort Licht aufzubauen oder verschiedene Winkel auszuprobieren. Außerdem drängte die Zeit, wie so oft bei solchen Terminen. Ganz ehrlich, habe ich mich beim Photographieren fast mit dem Rücken an die große Glasfront quetschen müssen, und selbst ein 85mm-Objektiv wäre zu langbrennweitig gewesen für die geringe Distanz zum Modell.

Um noch ein wenig Portrait-Charakter zu retten, nutze ich das leider viel zu vernachlässigte 50er-Objektiv. Da das Photo um die Mittagszeit gemacht werden sollte, reichte die Glasfront des Lokals für eine akzeptable Brennweite und sogar dafür, den ganzen Gastraum ausreichend auszuleuchten. Erfolg kommt oft eben auch ohne großartige Rezepte aus.

Kommentare 0

Band-Photo II: (ver)störende Perspektive

Die meisten Bands leben neben ihrer Musik auch vom Klischee: An bestimmten Attributen ist oft schon auf den ersten Blick der Stil erkennbar. Der Betrachter will sich natürlich auf dem Bild mit seinen Vorlieben identifizieren können. Metal-Bands sind da einigermaßen klar zu erkennen, meistens bereits am unmissverständlichen Dresscode.

Schwarzes T-Shirt, grimmiger Blick und, ganz klar: Headbanger-Matten. Was also tun mit dem Band-Mitglied, das absolut heraussticht?! Ganz klar: deutlich herausstellen. Ich habe es mit einem Kniff versucht. Ich habe bei dem Band-Photo den kurzhaarigen Gitarristen nicht nur nach vorn gestellt, sondern ihn so positioniert, dass er die Sehgewohnheiten deutlich stört: Er geht stark in die Knie, hält den Kopf leicht schräg und ist tritt sogar deutlich aus der Schärfe heraus, damit der Blick auf das zweite Bandenmitglied weitergeführt wird; auf den eigentlichen Sänger.

Dennoch ist der kurzhaarige Gitarrist der eigentliche Eye-Catcher. Aufgrund des runden, „nackten“ Kopfes und den deutlich sichtbaren Augen ist er ein guter Einstieg ins Bild. Den Hintergrund habe ich mit einer groben, stark rissigen Struktur angereichert, um die Dezibel-Potenz der Combo noch etwas stärker zu unterstreichen. Was wiederum das Klischee abrundet.

Marion von Oppeln, portraitiert in ihrem Arbeitszimmer in tzehoe.
Kommentare 0

Business-Portrait: der leichte Strich

Arbeit darzustellen, ist eine immer schwierigere Angelegenheit, weil Arbeit zunehmend unsichtbar wird. Insofern war die Aufgabe auch spannend, eine Graphikerin abzubilden und sie im Rahmen ihrer Welt zu zeigen. Graphik ist aber ein Produkt, das im Kopf entsteht; auf Papier wird ein Gedanken-Knäuel, eine Ideenwolke in starken Strichen lediglich fixiert. Graphik ist eine zähes Ringen darum, eine Botschaft schließlich in eine geordnete und unmissverständliche Form zu bringen. Und die Striche oder Schraffuren so leicht aussehen zu lassen, als hätte sie ein Sommerwind durch die halbe Welt getragen, um sie auf einem weißen Blatt einfach abzulegen.

Graphik ist Reduktion. Und insofern entschloss ich mich, meine Kundin schlicht und ergreifend darzustellen: im Dialog mit ihrem Skizzenbuch, eingebettet von ihren Entwürfen, am groben Tisch wie ein Handwerker. Eben das ist Graphik auch und vor allen Dingen: Arbeit.