Alle Artikel in der Kategorie “Portrait

Glückliches Paar am Strand der Ostsee
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Paar-Photographie: Glück sieht überall toll aus

Was ist eine Partnerschaft? Eigentlich kaum sichtbar. Partnerschaft findet ja im Herzen statt oder in der Seele. Genau, da, wo keiner hinschauen kann. Geht ja auch keinen etwas an. Aber – Partnerschaft, das große Gefühl, das ist im Kleinen durchaus zu erkennen. An den kleinen Gesten, an den Blicken; und dort, wo ich persönlich immer am liebsten hinschaue: am Gesicht. Paar-Photographie ist ein spannendes Thema, weil gute Bilder das Glück zweier Menschen spiegeln.

Wie stellen sich Mann und Frau – oder welche Kombinationen auch immer – zueinander? Welche Dynamik lässt sich da herauslesen? Knistert da etwas? Kann ich vielleicht etwas festhalten, was sich der Betrachter selbst wünscht? Würde ich mit einem der Abgebildeten tauschen wollen? Weckt das Bild Sehnsüchte im Betrachter? Viele, viele Fragen, auf die ein gutes Bild antworten kann. Ohnehin sollte ja jedes Bild eine Geschichte erzählen. Insofern ist das Bild von einem Paar doppelt so schwer wie das von einem Einzelnen; schließlich sind ja die Geschichten von gleich zwei Menschen zu erzählen. Dazu kommt noch die Dynamik zwischen den beiden, Paar-Photographie kann ja auch ein streitendes Paar abbilden und eine explosive Geschichte erzählen. Aber diese Spannung, das Knistern, die Romantik, die Liebe – das große Gefühl – bleiben viele Bilder schuldig. Deshalb habe ich beispielsweise so meine Schwierigkeiten mit Hochzeits-Photographien. Viele dieser Bilder sind eigentlich ziemlich gestelzt und blutleer. Wie kann aber ein Photograph das Besondere aus einem Paar herausfiltern und festhalten?

Distanziert oder eng umschlungen: beides geht

Jedes Paar ist individuell und so müssen auch die Bilder sein. Das eine Paar mag eng umschlungen gesehen werden, das andere Paar steht distanzierter beieinander – und auch da wieder: entweder nebeneinander oder hintereinander. Zweisamkeit und Miteinander drückt jedes Paar eben anders aus. Und hier ist der Photograph gefragt: Will er ein Paar seiner Sichtweise entsprechend inszenieren oder motiviert er sie zum eigenen Auftritt? Beides kann enorm charmant sein, wichtig ist, was der Photograph für eine Geschichte erzählen möchte – seine oder die des Paares. Das bestimmt auch ein wenig den Einsatz der technischen Mittel.

Je stärker der Einsatz von Technik ist, desto stärker leidet der Zauber des Moments: Wer Menschen in ein Licht-Set-Up steckt, stellt sie auf eine Bühne, das macht die Atmosphäre schnell künstlich und gezwungen. Wer sich mit Aufhellung begnügt, beispielsweise mit einem einzigen entfesselten Blitz, hat vielleicht weniger ausgefeilt beleuchtet, lässt aber Raum für Natürlichkeit, die Abgebildeten benehmen sich in der Regel freier, weil sie sich weniger beobachtet fühlen. Nach meinem Geschmack sind viele Paarphotographien viel zu steif – vor allem von Hochzeiten. Sie erinnern mich stark an Familienbilder aus der Kaiserzeit: Der Familienvater sitzt, seine Angetraute steht dahinter, die Kinder hocken davor. Regisseur war damals ausschließlich der Photograph, der die Abgebildeten sorgfältig arrangierte. Diese Bilder sollten das gesellschaftliche Ansehen der Abgebildeten zur Schau stellen. Nachzulesen in Paul Bordieus Gedanken über die sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie in seiner Abhandlung „Eine illegitime Kunst“. Die normalen Menschen imitierten den Adel und versuchten, Erhabenheit zu demonstrieren.

Entsprechend ernst und streng sahen die Bilder aus. Heute steht Lebensfreude im Vordergrund der Menschen. Eben das sollte das Leitmotiv für Bilder von Paaren sein. Kurze Belichtungszeiten erlauben dem Photographen, auch Bewegung einzufangen, wenn sich das Paar während des Wechsels der Positionen neu findet, neu erfindet, zwischen Distanz und Nähe wechselt. Ich finde eine gewisse Unschärfe dabei auch ausgesprochen förderlich. Das Bild wirkt dann technisch weniger perfekt, dafür um so authentischer. Körperliche Nähe, die dadurch zum Ausdruck gebracht wird, lässt auf die Stärke des Gefühls zueinander schließen.

Punks im Gegenlicht? Warum nicht!

Gestalterisch ist Paarphotographie also ziemlich anspruchsvoll, finde ich. Photographiere ich beispielsweise im Gegenlicht? Das kann schnell abgeschmackt aussehen. Oder eben auch nicht. Das muss jeder Photograph selbst entscheiden. Das Bild eines Punk-Paares stellt sicher andere Anforderungen als das von Menschen, die auf dem Land glücklich sind. Für beide Paare gelten unterschiedliche Sehgewohnheiten, beziehungsweise andere Herausforderungen, diese Sehgewohnheiten zu stören und eine neue, ungewohnte Optik zu schaffen; ein punkiges Paar vor einem idyllischen Sonnenuntergang wäre dann doch mal was; Romantik pur ergäbe hier einen interessanten Kontrast. Technisch führt am Minimalismus kein Weg vorbei: ein Aufhellblitz aus der Hand oder ein Aufheller, das muss reichen; zu viel zerstört den Zauber. Natürlich wäre, wie immer, ein Assistent großartig. Aber auch das würde die Intimität des Paares stören. Die Location ist meines Erachtens egal. Ein glücklicher Moment am Bistrotisch kann viel mehr Zweisamkeit belegen als eine auserlesene Umgebung, in die das Paar wie hineingepflanzt aussieht.

Glück sieht überall toll aus.

Football-Trainer Michael Jakobeit aus Hamburg
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Sportrait: die Körpersprache suchen

Sport lebt von Leidenschaft. Sport besteht aus dem binären Code von Siegen und Verlieren. Gewinnst Du, bist Du die unbestrittene Nummer Eins; als Verlierer bist Du lediglich eine Null. Wer das weniger streng sieht, betreibt keinen Sport, sondern Wellness – meiner Meinung nach, jedenfalls im Wettkampfsport. Für mich als Sportreporter mit Kamera galt immer der Zweikampf als der entscheidende Moment: als der eine kurze Augenblick, in dem sich zeigt, wer Biss hat und wer gebissen wird. Hört mal rum in Sport-Interviews, welche Vokabel dort häufig auftaucht, um Sieger und Unterlegene optisch voneinander zu unterscheiden: die Körpersprache. Wer ein gutes Bild sucht, muss die Ausrufezeichen in der Körpersprache finden.

Körpersprache ist für mich die Grundlage eines guten Photos. Pose wird auch oft als Synonym verwendet, aber Körpersprache finde ich schöner, weil: plakativer. Eine Frau macht auf sich aufmerksam, in dem sie ihren Körper sprechen lässt, Aggression ist genauso an der Körperhaltung ablesbar wie Desinteresse. Einer der Sportler, die das auf unnachahmliche Weise ausdrücken konnten, war der Hamburger Michael Jakobeit, der viele Jahre lang als Spieler und dann als Trainer den American Football in Hamburg geprägt hat. Er war beruflich ein reiner Büro-Mensch, hat aber von sich selbst erzählt, dass er in jeder freien Minute an seinem Körper arbeite. Wenn er im Amt in ein anderes Stockwerk musste, hat er Fahrstühle gemieden und die Treppen genutzt. Wenn er Pause hatte, hat er die mit Crunches gefüllt.

Als Trainer hat er seinen Spielern abverlangt, das Letzte aus sicher herauszupressen, die Leidenschaft für den Moment zu zeigen. Sieht man, oder?

Roman Reimer, Junior-Texter in Hamburg
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Studio-Portrait: aus Felern lernen

Spontane Schnappschüsse sind etwas Großartiges. Ich schnappe mir einen Moment und halte den fest. Ich reiße den Moment aus dem Alltag heraus, halte die Zeit an, hindere die Welt daran sich weiterzudrehen und diesen einen Moment wieder im Lebens-Einerlei unterzurühren. Inszenierte Photographie ist eine andere Kategorie: eine Komposition aus meinen Vorstellungen. Der Reiz daran: Ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt. Ganz bewusst, meine Kreativität ist dabei unendlich.

Ich will ja eine Botschaft senden. Das ist dann so etwas wie journalistische Photographie: Ich gestalte, ich mache Meinung. Das war auch meine Aufgabe bei einem tollen Job für die Hamburger Unizeitschrift „Uniscene“: Die Geschichte hatte zum Thema, inwiefern das Scheitern einer Karriere sogar Schub geben, einen Menschen sogar noch interessanter machen könnte.

Protagonist der Geschichte war Roman Reimer, der aus dem Süddeutschen nach Hamburg gekommen ist, weil ihn sein Ausbildungsberuf in der Logistik mehr und mehr gefrustet hatte und er sich zum Werbetexter berufen fühlte – was er auch anscheinend war, schließlich brachte ihn ein selbstgetexteter Rap über „Fehler“ an die bekannte Hamburger Texterschmiede und nach der Ausbildung dort in die Hamburger Spitzen-Agentur Legas Delaney.

Photographisch erforderte das ein wenig Bastelei: Ein Portrait wäre zu stumpf geworden. Irgendwie musste Roman in einen Kontext gesetzt werden, ich wollte ja seine Geschichte visuell kurz und knackig nacherzählen. Wie so oft im Leben, musste der Wirklichkeit also mit etwas Inszenierung nachgeholfen werden. Mit ein paar Metern Wäscheleine, Wäscheklammern, schwarzem Edding und gelbem Photokarton war das Setting ausreichend gestaltet. Ein Hingucker ist dabei allemal herausgekommen, aber natürlich ist das Bild ganz weit weg von spontan. Alles kann man eben selten haben.

Mitarbeiterfotos am besten in der Büro-Athmosphäre
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Mitarbeiter: am besten platziert

Mitarbeiter-Photos sind ein ziemlich alltägliches Geschäft, aber, wie ich finde, auch ein überaus dankbares: Da Produkte heutzutage immer vergleichbarer und weniger unterscheidbar werden, fokussiert das Marketing in Unternehmen mittlerweile hauptsächlich die Menschen, die Produkte herstellen oder Dienstleistungen erbringen. Jeder einzelne Mitarbeiter wird inzwischen zum Image-Träger eines Arbeitgebers. Und das sollten die Mitarbeiter-Portraits auch ausstrahlen.

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Marend: Tiroler Küche – Portrait der Besitzerin
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Gastro-Portrait: schnell aufgetischt

Erfolgreicher Gastro-Beitrag für die Hamburger Zeitschrift „Uniscene“ – Tip des Monats war das Hamburger Lokal „Marend“ an der Feldstraße. Ein kleiner, feiner Laden für Menschen mit Appetit für urtümliche Tiroler Küche: Das Märend steht für grob geraspelte Gewürze, fingerdickes schmackhaftes Brot, frisches Grünzeug, unbehauenes Mobiliar. Ein Laden für die junge urbane Szene. Back to the roots, jedenfalls so in die Richtung. Ist ja jetzt angesagt.

Wie bilde ich also die Geschäftsführerin ab, so dass sie auch echt wirkt? Ganz einfach und ohne groß darüber nachzudenken, bloß keine falsche Fassade planen. Auf den Tisch gelehnt,  beiläufig, ohne großen Firlefanz, baute sie sich auf. Über die Bildgestaltung zu philosophieren, war insofern auch gar nicht schwierig, als dass im Laden selbst kaum Platz gewesen wäre, um dort Licht aufzubauen oder verschiedene Winkel auszuprobieren. Außerdem drängte die Zeit, wie so oft bei solchen Terminen. Ganz ehrlich, habe ich mich beim Photographieren fast mit dem Rücken an die große Glasfront quetschen müssen, und selbst ein 85mm-Objektiv wäre zu langbrennweitig gewesen für die geringe Distanz zum Modell.

Um noch ein wenig Portrait-Charakter zu retten, nutze ich das leider viel zu vernachlässigte 50er-Objektiv. Da das Photo um die Mittagszeit gemacht werden sollte, reichte die Glasfront des Lokals für eine akzeptable Brennweite und sogar dafür, den ganzen Gastraum ausreichend auszuleuchten. Erfolg kommt oft eben auch ohne großartige Rezepte aus.

Marion von Oppeln, portraitiert in ihrem Arbeitszimmer in tzehoe.
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Business-Portrait: der leichte Strich

Arbeit darzustellen, ist eine immer schwierigere Angelegenheit, weil Arbeit zunehmend unsichtbar wird. Insofern war die Aufgabe auch spannend, eine Graphikerin abzubilden und sie im Rahmen ihrer Welt zu zeigen. Graphik ist aber ein Produkt, das im Kopf entsteht; auf Papier wird ein Gedanken-Knäuel, eine Ideenwolke in starken Strichen lediglich fixiert. Graphik ist eine zähes Ringen darum, eine Botschaft schließlich in eine geordnete und unmissverständliche Form zu bringen. Und die Striche oder Schraffuren so leicht aussehen zu lassen, als hätte sie ein Sommerwind durch die halbe Welt getragen, um sie auf einem weißen Blatt einfach abzulegen.

Graphik ist Reduktion. Und insofern entschloss ich mich, meine Kundin schlicht und ergreifend darzustellen: im Dialog mit ihrem Skizzenbuch, eingebettet von ihren Entwürfen, am groben Tisch wie ein Handwerker. Eben das ist Graphik auch und vor allen Dingen: Arbeit.

Sabine Pick, Business-Consultant
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Business: japanisch, spartanisch, gut

Sabine Pick, Business-Consultant aus Hamburg, portraitiert in einer Mode-Boutique.Business-Photographie ist nur so gut wie sie das Business des Kunden richtig abbildet. Ein schöner Auftrag kam da von einer Hamburger Geschäftsfrau, die stark auf dem asiatischen Markt vertreten ist und sehr intensiv rund um das Thema Mode arbeitet. Wichtig war also Understatement.

Von vornherein hatten wir die Bilder schwarz-weiß angedacht. Im Geschäftsleben gibt Schwarz-Weiß immer noch die besondere Note, wirkt eine Ecke edler. Außerdem war die Büro-Atmosphäre ohnehin eher monochrom gehalten. Die japanischen Schriftzeichen an der Wand gaben einen belebt-interessanten und dennoch ruhigen Hintergrund ab. Der einsame Apfel auf dem Tisch, die schlichte Kleidung, alles hatten wir sorgfältig auf ein Ziel hin komponiert: selbstbewusste Sachlichkeit demonstrieren, ohne mit irgendwelchem Schnick oder Schnack Eindruck schinden zu wollen.

Als Beleuchtung diente lediglich eine 60×60 Zentimeter Softbox. Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass die angestrebte Botschaft klarer wird, je weniger Aufwand betrieben wird. Im Übrigen habe ich das Photo mit einer 7×6-Mittelformatkamera geschossen. Ich wollte auch durch die Wahl der Kamera von mehr Ruhe in die Aufnahme bringen.

Genau so haben wir es mit der alternativen Szene gemacht: eine Aufnahme in einer Boutique. Wir wollten die gleiche reduzierte Sachlichkeit außerhalb der Büro-Welt darstellen. Auch hier wieder eine Lichtquelle und schlichte Eleganz durch ein rein-weißes Outfit. Die Kundin jedenfalls fühlte sich richtig gut getroffen und auch gegenüber ihren Kunden treffend dargestellt.

Girlie-Portrait mit Corsage
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Girly-Portrait: Kurven zeigen

Girly-Portrait: Wallende Haare sind sexy.Was macht ein gutes Portrait aus? Dass es weniger den Menschen abbildet, als dass es den Charakter zeigt. Also, dass wir uns als Betrachter eine Vorstellung davon machen können, wasdiesen Menschen umtreibt. Junge Menschen entdecken vornehmlich ihre Körper, spielen mit ihrer Sexualität; gilt für junge Frauen genauso wie für junge Männer. Nur sind die Posen unterschiedlich.

Die Spannung zieht dieses „Girly-Portrait“ aus drei Chaakteristika, die allesamt typische Sehgewohnheiten von einer Frau bedienen: dem rückwärtig verschobenen Becken, dem exponierten Décolleté und dem devot zur Seite geneigten und gleichzeitig leicht gesenkten Kopf. So „anbietend“ und gleichzeitig gekünstelt keusch sehen Männer Frauen grundsätzlich gern.

Kurven herauszuarbeiten, ist also das typische Mittel, um in einem Photo Weiblichkeit abzubilden. Eine weitere Komponente, um Jugendlichkeit und Vitalität zu betonen, sind Haare. Ich habe Ayleen einfach ein paar Mal ihre Haare hochwirbeln lassen. Der leicht nach hinten geworfene Kopf unterstreicht sogar das Selbstbewusstsein, das junge Frauen so spannend macht.

Johanna Beckurts-Othmer, Geschäftsführerin Niku Nienburg
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Business: ausnahmsweise Farbe satt

Grundsätzlich reichen mir für ein gutes Bild die Farben Schwarz und Weiß mit wenigen Schattierungen. Für einen Kunden bin ich allerdings den gegenteiligen Weg gegangen: ein Business-Portrait mit fast übertrieben satten Farben. Warum? Das Bild gehört zu einem Flyer, den ich für einen Kunden zu einem arbeitsmarktpolitischen Thema zu erstellen hatte. Richtig vermutet, das Thema an sich ist etwas trocken. Insofern bot sich an, die Frische der Farben möglichst stark aufzudrehen, um den Text zu würzen.

Außerdem war Rosa beziehungsweise Magenta die Farbe, die sowieso dem ganzen Flyer Vitalität geben sollte. Dass die Portraitierte einen rosa Blazer getragen hat, war eher Zufall. Den ich mir aber durch die Betonung zunutze gemacht habe. Da die Grundfarbe des Flyers Blau ist, habe ich auch das natürliche Blau der Augen nochmals verstärkt. Einfach ein dem natürlichen Blau der Augen ähnliches Blau in einer Ebene darüber malen und mit einer ganz geringen Deckkraft ins Gesicht hinein multiplizieren – fertig ist der Effekt. Für den einen speziellen Kunden die absolut richtige Botschaft.

Portrait mit hartem Sonnenlicht im Wald
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Outdoor-Portrait im Diven-Look

Glamour-Licht ist der gängige Name. Ich würde die eine Variante mal „Doris-Day-Licht“ nennen. Glamour-Licht gibt immer einen Diven-Look: Das Model sieht aus wie ein Hollywood-Star. Diven-Look geht hart, der geht auch weich. Doris Day war eine amerikanische Komödien-Diva der Fünfziger und Sechziger, und da drängt sich ein weicher Look auf; obwohl Glamour-Licht echt knackig aussieht, aber einfach herzustellen ist.

Im Fall von meinem Model ging das sogar draußen im Wald. Das Setting war bestimmt von Sommer-Sonnenlicht am späten Sonntagvormittag. Als zusätzliche Lichtquelle stand ein Kompaktblitz auf einem Stativ im Hintergrund. Der Doris-Day-Effekt ergibt sich durch die Kombination aus Beleuchtung und Pose, beziehungsweise Mimik. Das Model blickt verträumt direkt in die Lichtquelle; in diesem Fall die Sonne. Das gibt knallhartes Licht, das aber in so einem flachen Winkel auftrifft, dass die Schatten gleichermaßen kontraststark sind, aber eben auch durchzeichnet. Und aufgrund des flachen Winkels des Lichts bleibt die Haut einigermaßen zart.

Das „Spitzlicht“ sitzt hinter dem Model so zentral, dass der gesamte Hinterkopf von Licht umspielt wird und sich zum Strahlen des Lächelns addiert; der romantische, glamouröse Charakter wird dadurch stark betont, dass das Licht der Corona viel prominenter im Bild wirkt als das Licht von vorn. Aber den unwirtlichen, künstlichen Look erhält das Bild durch die offene Blende.

Einerseits ist das Gesicht durchgehend scharf, andererseits verschwimmt der Hintergrund, so dass die Augen und der Mund das Bild dominieren. Trotzdem bleibt der Gesamteindruck des Bildes sehr weich und weiblich – eben das ist die Kombination, mit der weibliche Filmstars abgelichtet werden.