Alle Artikel in der Kategorie “Portrait

Portrait mit hartem Sonnenlicht im Wald
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Outdoor-Portrait im Diven-Look

Glamour-Licht ist der gängige Name. Ich würde die eine Variante mal „Doris-Day-Licht“ nennen. Glamour-Licht gibt immer einen Diven-Look: Das Model sieht aus wie ein Hollywood-Star. Diven-Look geht hart, der geht auch weich. Doris Day war eine amerikanische Komödien-Diva der Fünfziger und Sechziger, und da drängt sich ein weicher Look auf; obwohl Glamour-Licht echt knackig aussieht, aber einfach herzustellen ist.

Im Fall von meinem Model ging das sogar draußen im Wald. Das Setting war bestimmt von Sommer-Sonnenlicht am späten Sonntagvormittag. Als zusätzliche Lichtquelle stand ein Kompaktblitz auf einem Stativ im Hintergrund. Der Doris-Day-Effekt ergibt sich durch die Kombination aus Beleuchtung und Pose, beziehungsweise Mimik. Das Model blickt verträumt direkt in die Lichtquelle; in diesem Fall die Sonne. Das gibt knallhartes Licht, das aber in so einem flachen Winkel auftrifft, dass die Schatten gleichermaßen kontraststark sind, aber eben auch durchzeichnet. Und aufgrund des flachen Winkels des Lichts bleibt die Haut einigermaßen zart.

Das „Spitzlicht“ sitzt hinter dem Model so zentral, dass der gesamte Hinterkopf von Licht umspielt wird und sich zum Strahlen des Lächelns addiert; der romantische, glamouröse Charakter wird dadurch stark betont, dass das Licht der Corona viel prominenter im Bild wirkt als das Licht von vorn. Aber den unwirtlichen, künstlichen Look erhält das Bild durch die offene Blende.

Einerseits ist das Gesicht durchgehend scharf, andererseits verschwimmt der Hintergrund, so dass die Augen und der Mund das Bild dominieren. Trotzdem bleibt der Gesamteindruck des Bildes sehr weich und weiblich – eben das ist die Kombination, mit der weibliche Filmstars abgelichtet werden.

Portrait von Christian Giesen
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Portrait: einfach out of camera

Geduld ist eine die wichtigsten Tugend eines Fotografen. Geduld für den richtigen Moment ist weit entscheidender für ein gutes Bild, als jeder Kniff in Bildbearbeitung. Das obige Portrait ist prinzipiell „out of camera“, das heißt, Schnitt und Komposition entsprechen exakt dem Negativ – genau: Ich habe das Bild analog fotografiert auf dem Kodak T-Max 100-Kleinbildfilm.

Entscheidender aber ist, dass ich auch an der Belichtung im Nachhinein kaum etwas nachgebessert habe: Kein Lightroom, aber auch kaum Photoshop. Ich habe lediglich die Gradation etwas aufgesteilt und kurz mit Dodge and Burn Tiefen und Lichter betont. Ansonsten stimmte die Belichtung exakt, obwohl ich lediglich mit einem Handbelichtungsmesser grob das Umgebungslicht eingemessen habe. Dieser Tag war zwar ein grundsätzlich sonniger, aber immer wieder schoben sich Wolken über den Himmel, so dass die Lichtbedingungen häufiger wechselten.

Allein das erfordert eine Menge Geduld, aber spannender war, dass ich meinen Portraitierten lange mit der Kamera verfolgt habe, um einen aussagekräftigen Moment abzupassen. Wir saßen in einer Strandbar und unterhielten uns lange. Zwischendurch habe ich immer wieder fotografiert. Klar, war mein Model irgendwann ein wenig genervt, aber andersherum auch geschmeichelt. Jedenfalls kam ein sehr gutes Ergebnis heraus. Und das trotz offener Blende. Die Schärfe stimmt, die Augen haben Licht.

Mein Model war jedenfalls hoch zufrieden. Immerhin ist er selbst Fotograf. Mal reinschauen bei Christian Giesen.

Frauen-Portrait mit künstlicher Sommer-Atmosphäre
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Den Spätsommer machst Du selbst

Portrait-Termin vereinbart, und das Wetter ist bescheiden! Na, und? Knips Dir den Spätsommer selbst an und erleuchte selbst den trübsten Tag. Selbst draußen – oder: gerade draußen – stellst Du Dir einfach einen Spot in den Hintergrund. Das Licht muss natürlich ziemlich hart sein, so dass Du einen möglichst kleinen Reflektor nutzen solltest. Den stellst Du direkt hinter den Kopf. Je vollformatiger Du photographierst, desto realistischer ist der Eindruck.

ua_2_webhinzmannDazu empfiehlt sich natürlich, die Schatten nachzudunkeln. Gerade an einem Spätsommer-Tag sind die Kontraste hoch. Selbstverständlich lässt sich auch eine graue Lichtstimmung in eine andere Jahreszeit hinüberschrauben: Einfach die Farbstimmung in Richtung Rot-Orange verändern, geht genau so effektiv in Lightroom wie in Photoshop.

Das Licht von vorn ist wieder ein einfacher, entfesselter Aufsteckblitz mit ganz schwacher Leistung, über Photozelle kommunizieren die beiden Lichtquellen auch ohne Schwierigkeiten miteinander. Für mich ist der Kick von vorn ideal, wenn er so gerade eben auf das Objekt trifft. Somit wird auch auch einer ganz kleinen Lichtquelle ein brauchbares Licht, nicht zu hart, nicht zu weich – genau richtig. Somit sind zwar die Konturen im Gesicht gut herausgearbeitet, die Augen leuchten, die Kontraste sind knackig, aber die Haut bleibt weich. Ist vor allem bei Frauen dringend angeraten.

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Bewerbung II – vorn Licht, hinten Licht, Schuss

Die Portrait-Sitzung dauerte keine 20 Minuten: Softbox schräg von links vorne oben, Spot mit hartem Reflektor von hinten links oben und Blende aufgerissen. Nicht mal von vorn aufgehellt. Wie ich sicher weiß, hat die Kundin gerade mal eine Bewerbung gebraucht, um einen Job zu bekommen. Ein Photo ist immer nur so überzeugend wie der Abgebildete selbst.

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Männer-Portraits – klarer Blick voraus

short_2_webhinzmannFür Männer-Portraits eignet sich in der Regel hartes Licht am besten. Aber eben nicht unbedingt. Wenn der Blick klar voraus geht, ist auch weicheres Licht durchaus angebracht – das ist auch immer eine Typsache. Ein dunkler Typ sieht vielleicht eher kernig aus, als ein heller, eher weicherer Charakter. Hier bestimmt der silbergraue Bart mit der entschlossenen Körperhaltung und der Lederjacke den Typ so gut und kernig, dass das Licht keine zusätzlichen Akzente setzen muss, um Kernigkeit zu demonstrieren. Also habe ich in diesem Fall einfach mit einem normalen Aufsteckblitz von leicht schräg oben aus der Hand geschossen und die Leistung so weit herunter geregelt, dass ich zwar einen Reflex in den Augen und einen leichten Schatten unter der Nase sehe, aber ansonsten den Eindruck von available light bestehen lasse. Für die Betonung der Konturen eine ideale Kombination, weil sie weitestgehend eine natürliche Lichtstimmung lässt.

Die warme Farbstimmung, liegt der an der tief stehenden Sonne, dessen orangefarbener Ton noch verstärkt wurde – ich bin ein ausgesprochener Gegner von Filtern während der Retusche, dafür versuche das schon während der Aufnahme zu realisieren. Als Kontrast wurde hier in den Schatten, vor allem in der Lederjacke, das Blau gegenüber den anderen Farbtönen betont. Für diese Retusche eignet sich am besten Lightroom. Dort lassen sich die Tiefen und die Lichter ganz easy separat einfärben. Photoshop kann das auch, ist da aber träger.

Farbigkeit gewinnt heutzutage immer stärker an Bedeutung für die Attraktivität eines Bildes. Farbigkeit wird heute grundsätzlich als »Look« bezeichnet. Jeder Photograph hat so seinen eigenen »Look«, das ist einerseits wichtig, um seinen eigenen Stil kenntlich zu machen, und schnell erkannt zu werden. Mit seinem eigenen »Look« macht jeder Photograph aus sich eine eigene Marke. Andererseits kann der eigene »Look« auch schnell eingefahren wirken. Verschwindet eine Mode, sieht der »Look« schnell von vorgestern aus. Jeder Photograph sollte also abwägen, wie sparsam er seine Stilmittel einsetzen oder wie viel Variation er pflegen will.

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Frauen-Portraits – Alter adelt

meike_2_NEU_webhinzmannFür „ehrliche Bilder“ gelten besondere Maßstäbe. Besonders mühevolle Retuschen verbieten sich nämlich, um einen hohen Grad an Authentizität zu bewahren. Grundsätzlich gilt, dass sich die Abgebildeten wieder erkennen und leiden können müssen. Ich finde, dass das Alter auch adelt. Fältchen erzählen dabei ihre eigene Geschichte, die sich von der junger Menschen eben doch ganz enorm unterscheidet und mehr Tiefe erhält. Portraits reiferer Menschen haben meines Erachtens in der Regel einfach mehr zu erzählen.

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Frauen-Portrait – jung, frisch, unkompliziert

rot_2_webhinzmannFür Frauen gilt photographisch die einfache Regel, dass das Licht weich sein muss. Harte Konturen
zerstören den Look von unverbrauchter weiblicher Vitalität. Auch für diese Portraits habe ich mich mit dem Aufsteckblitz ohne weiteren Lichtformer begnügt, den von Hand ausgerichtet und vornehmlich mit dem Raumlicht gearbeitet. Der Blitz war mir hauptsächlich für die Reflexe in den Augen wichtig und für den Ausgleich des Lichts, das ansonsten eher von hinten kam. Auch die Außenaufnahmen sollten einen ungeblitzten Look behalten.

rot_3_webhinzmann

Portrait hartes Licht
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Portrait – aus der Hüfte geschossen

Stativ aufgestellt, Blitz montiert, Lichtformer drauf, positioniert – das korrekte Vorgehen dauert mir in letzter Zeit viel zu lange. Ich habe mir angewöhnt, mehr oder weniger aus der Hüfte zu schießen. Das heißt, das ich ganz einfach den Blitz in die Hand nehme und mit der Hand entsprechend positioniere. Das macht mich flexibler, erhöht allerdings mitunter die Gefahr des Verwackelns.

Allerdings ist der Ausschuss vernachlässigbar – die Quote stellt mich absolut zufrieden, auch die Schärfe bekomme ich meist noch gut hin; trotz meist offener Blende. Die Kamera steht auf einem Einbeinstativ, ist also mit einer Hand gut und sicher zu handhaben. Die andere Hand steuert den Aufsteckblitz nach links außen oder mittig hoch über der Kamera-Achse. Sogar von rechts lässt sich der Blitz ins Bild richten , wenn ich meinen linken Arm mit dem rechten Kreuze. Zugegeben, die Technik ist etwas wild, dafür erspare ich mir das mehrfache Nachjustieren des Blitzes, wenn sich das Model bewegt. Sollte sich die Bedienung im Einzelfall als zu fummelig herausstellen, und es ist ein hilfsbereiter Mensch mit am Set, lasse ich den dann auch den Aufsteckblitz halten.

Ich versuche die Blitzleistung dann auch immer so einzustellen, dass die Blitzleistung zwar einen erkennbaren Effekt ergibt, aber dass das Blitzlicht nicht so dominiert, dass es das Umgebungslicht beeinträchtig. Mir ist wichtig, dass der Look immer noch so wirkt wie mit available light. Trotz dessen lege ich Wert auf einen Lichtreflex in den Augen – besonders dann, wenn die helleren Bildpartien eher hinter dem Motiv liegen.

 

Bewerbungsbild vanessa heinz
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Bewerbungsbilder – klassisch ist gern gesehen

Personalverantwortliche sind in der Regel konservativ. Konservativ deshalb, weil ihnen jeder Bewerber erst einmal unbekannt ist und somit psychologisch eine Bedrohung darstellt. Kein Personaler kann nämlich wissen, inwieweit ein Bewerber einen Gewinn für das Unternehmen darstellt oder Unruhe hineinbringt. Insofern ist neben Zeugnissen des Bewerbers vor allem seine Persönlichkeit ausschlaggebend für weitergehendes Interesse.

Klartext: Wer mit seinem Bewerbungsphoto zu viel riskiert, kann genau so danebenliegen, wie derjenige, der zu wenig investiert. Ein Bewerbungsphoto hat vor allem zu beweisen, dass der Bewerber wache Augen hat. Aus dem Gesicht des Abgebildeten muss dem Betrachter Zuversicht und Frische entgegenstrahlen. Menschen schließen Vertrauen zu Menschen, die ihnen sympathisch erscheinen. Dazu gehört, dass der Abgebildete in etwa das Stilempfinden des Personalverantwortlichen treffen muss: Ein dichter Vollbart kann genau so störend sein wie eine Tönung, die breitflächig herauswächst.

Für die meisten Branchen und Gehaltsstufen gilt also der klassische Look als erfolgversprechend, also schwarzes Sakko, helles Oberteil. Die Farbe sollte gedeckt sein. Schwarz-weiss halte ich für empfehlenswert, dagegen wird niemand Kritik üben. Leichtes Make-up ist auch für Männer dringend angeraten. Die Haut muss rein erscheinen, auch bei Männern empfiehlt sich die Betonung der Augen. Menschen schauen anderen Menschen zuerst in die Augen, die müssen klar kommunizieren.